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40 Jahre Freie Wähler in Hardheim   -   Jubiläumsveranstaltung Erftalhalle 03.11.2012

Auf eine spannende Reise durch 40 Jahre Kommunalpolitik begaben sich die Freien Wähler anlässlich der Feier zum 40-jährigen Bestehen mit zahlreichen Gästen in der Erftalhalle.

Vorsitzender Volker Rohm freute sich, neben Bürgermeister Fouquet, Altbürgermeister Hornberger, dem Ehrenkreisvorsitzenden Müssig auch noch zwei „Gründungsväter“ der Freien Wähler begrüßen zu können, Hans Sieber und Helmut Göbes.

Im Namen der Gemeinde gratulierte Bürgermeister Fouquet zum Jubiläum, und hob in seinem Grußwort zunächst die wichtigsten Kennzeichen der Freien Wähler hervor: Parteipolitische Unabhängigkeit, kein Fraktionszwang, Diskussionsfreudigkeit, Einbringen des persönlichen Sachverstandes zum Wohle der Bürger. Viele hervorragende Persönlichkeiten hätten sich mit diesen Grundsätzen in den letzten 40 Jahren für die Gemeinde eingesetzt und große Verdienste erworben. Die kritische und konstruktive Begleitung der Arbeit der Verwaltung sei eine zentrale Aufgabe des Gemeinderates, allerdings könne man auch nicht für alle Probleme eine Lösung anbieten. „Gemeinderatsarbeit ist nicht vergnügungssteuerpflichtig“,zur Bewältigung zukünftiger Aufgaben sei das Engagement der Freien Wähler aber weiterhin unverzichtbar.

Der Moderator der Veranstaltung, Eric Bachmann leitete im Anschluss über zu den Beiträgen von vier Zeitzeugen aus 40 Jahren kommunalpolitischer Arbeit.

                                   40 Jahre 1

    Eric Bachmann, Bürgermeister Fouquet, Willy Klintworth, Volker Rohm, Hans Sieber, Peter Czemmel

Hans Sieber war 1972 Mitbegründer Freien Wähler Union und einer der ersten Gemeinderäte.Er erinnerte an legendäre Sitzungen unter dem damaligen Bürgermeister Schmider, die oft erst mitten in der Nacht geendet hätten, manchen Rat habe dabei der Schlaf übermannt. Mit viel Idealismus sei man an die Arbeit herangegangen, Herzblut und Begeisterung seien das Prädikat der Freien Wähler gewesen. Obwohl man keine Konfrontation mit der Verwaltung gesucht habe, sei man der wichtigen Kontroll- und Beratungsfunktion gerecht geworden. „Der Gemeinderat segnet nicht ab, was der Bürgermeister vorher beschlossen hat“, so Sieber in seinen Ausführungen. Wichtige Themen waren damals z. B. die Einführung der staubfreien Müllabfuhr, die Ortsumgehung Schweinberg, Hofackersanierung und der Schulhausbau. Unter Ernst Hornberger seien die Sitzungen dann zivilisierter abgelaufen und zu der Zeit von der Bevölkerung sehr gut besucht . Das Interesse an Kommunalpolitik sei so groß gewesen, dass bei Kandidatenvorstellungen die Erftalhalle aus allen Nähten platzte.

Im Anschluss warf in Vertretung des früheren Vorsitzenden Kaspar Wolf, der leider gesundheitlich verhindert war, Peter Czemmel - inzwischen 35 Jahre im Dienst als Ortsvorsteher in Erfeld - einen Blick zurück auf die Achtziger Jahre. Die Freien Wähler hätten immer auch die Ortsteile im Blick gehabt und sie in ihrer Entwicklung unterstützt.Dabei sei es immer richtig gewesen, Schwerpunkte zu setzen, auch wenn man aus dem einen Ortsteil bisweilen neidisch in den anderen blicken musste. In Erfeld sei viel bewegt worden: Ausbau der Landesstraße und Ortsdurchfahrt, Erschließung von Baugebieten, Bau des Feuerwehrgerätehauses und Löschwasserbecken, Anschluss an Wasserversorgung und Hochbehälterbau, Neugestaltung des Dorfplatzes. Trotz unterschiedlicher Meinungen in Sachthemen sei ein wichtiges Kennzeichen der Freien Wähler auch immer die gute Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen gewesen.

Als dritter Zeitzeuge berichtete Willy Klintworth sehr launig aus seinen 15 Jahren im Gemeinderat bis Ende der Neunziger. „Da war Action drin“, und manch harte Entscheidung hätte aus den Sparzwängen heraus getroffen werden müssen, so z.B. die endgültige Schließung des in der Bevölkerung so beliebten Hallenbades. Mehrere defizitäre Einrichtungen könne sich eine Gemeinde nicht leisten, man habe sich damals für den Erhalt und Ausbau des Krankenhauses ausgesprochen. Wenig beliebt bei der Verwaltung habe sich der Gemeinderat auch mit der Überprüfung der Dienstposten in der Gemeinde gemacht. In seiner Amtszeit habe er auch gelernt, dass in einer Legislaturperiode die Dinge nicht auf den Kopf gestellt werden können, dennoch habe er „mehr Freunde als Feinde gewonnen“.Viele Baumaßnahmen hätten die Gemeinde voran gebracht, so z.B. der Kindergartenbau oder die Neugestaltung des Schlossplatzes.

Zu Beginn dieses Jahrtausends habe es dann bei den Freien Wählern einen Generationswechsel gegeben, so Volker Rohm in seinen Erinnerungen. Mit dem erfahrenen Herbert Schuster als Denker und Lenker an der Spitze und einigen „Jungen Wilden“ sei die Erfolgsgeschichte der Freien Wähler fortgeschrieben worden. Mit einem neuen Vorstand wurden 2001 die Vereinstrukturen modernisiert. Die Zahl der Gemeinderäte konnte bei den folgenden Wahlen kontinuierlich gesteigert werden. Viele Sachfragen wurden in diesen Jahren abgearbeitet, Sanierungs- und Baumaßnahmen durchgeführt, die Wasserversorgung neu geordnet. Andere Themen sind Dauerbrenner im Gemeinderat, so die Entwicklung des Krankenhauses, die den Freien Wählern sehr am Herzen liegt. Weitere Zukunftsaufgaben sind die Nutzung von Kaserne und Depot nach deren Schließung, die Schulentwicklung und die erneuerbaren Energien. „Die Freien Wähler werden auch künftig mit erfahrenen Köpfen und neuen Ideen ihren Beitrag zur positiven Entwicklung der Gemeinde leisten“. Mit diesem Ausblick und Versprechen beschloss Vorsitzender Rohm den Reigen der Zeitzeugen, die 40 Jahre Freie Wähler in Hardheim lebendig werden ließen.

 

Moderator Eric Bachmann wies in seiner Überleitung zum gemütlichen Teil noch auf die mit Wahlprospekten und Ergebnissen der Kommunalwahlen gestalteten Schautafeln hin, die an viele früheren Kandidaten und Mandatsträger erinnerten, bei den Betrachtern so manches Schmunzeln auslösten und viele Anekdoten wach riefen.

Bachmann bedankte sich abschließend bei allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Samira Rohm am Flügel.  

 





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